Arbeit in den Einsatzstellen

To Do’s vor dem Dienst
Wann benötige ich ein Führungszeugnis und wie bekomme ich dieses? 

Vor allem bei Tätigkeiten im Kinder- und Jugendbereich fordern unsere Einsatzstellen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Da das Zeugnis kostenpflichtig ist, haben unsere Einsatzstellen einen Antrag auf Gebührenbefreiung. Das Zeugnis beantragt man beim zuständigen Bürgeramt oder online. Die Bearbeitung dauert in der Regel 14 Tage und wird dir per Post zugeschickt.   

Wann muss ich eine arbeitsmedizinische Untersuchung vornehmen lassen? 

Deine Einsatzstelle kann von dir ein Gesundheitszeugnis anfordern, das passiert oft in Tätigkeitsfeldern mit Essensausgabe. Das Zeugnis erhältst du beim Hausarzt. Im medizinischen Einsatzfeld müssen bestimmte Impfungen erfolgt sein. In der Regel informiert dich deine Einsatzstelle, welche Nachweise sie von dir benötigt. 

Welche Versicherung muss ich abschließen? 

In deiner Dienstzeit musst du eigenständiges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden. Das ist gesetzlich für Freiwilligendienste im FSJ/BFD festgelegt. Falls du nach dem Dienst weiter bei deinen Eltern versichert bist, kannst du deine derzeitige Familienversicherung auf ruhend stellen lassen.  Falls du eine private Familienversicherung hast, lass dir den Wiedereintritt schriftlich zusichern. 

Werden von meinen Einkünften Steuern abgezogen?

Grundsätzlich unterliegen alle Einkünfte der Steuerpflicht, so auch die Bezüge im FSJ/BFD. Um einen Freiwilligendienst beginnen zu können, ist der Einsatzstelle eine Steuernummer vorzulegen. Das zuständige Finanzamt (auch online) teilt dir deine sogenannte Steuer-ID auf Nachfrage mit. Da das Taschengeld jedoch zu niedrig ist, fallen keine Steuern an.  

Was muss ich bei einem Nebenjob beachten? 

Einer Nebentätigkeit darf man grundsätzlich nachgehen. Wenn du mehr als die Mini-Job-Grenze verdienst, musst du deinen Nebenjob deiner Einsatzstelle schriftlich mitteilen. In dem Fall werden deinen Einkünften aus Freiwilligendienst und Nebenjob Steuern abgezogen. Wir empfehlen höchstens einen Minijob neben dem Freiwilligendienst anzunehmen.  

Tätigkeiten
Wie werde ich eingearbeitet? 

Du wirst in deiner Einsatzstelle durch eine*n Praxisanleiter*in eingearbeitet. Mit ihm*ihr wirst du im Dienst regelmäßige Anleitungsgespräche haben, um deine praktische Arbeit fortlaufend zu begleiten. 

Welche Tätigkeiten darf ich machen und welche nicht? 

Grundsätzlich unterstützen Freiwillige die täglichen Aufgaben des Fachpersonals in der jeweiligen Einsatzstelle und arbeiten unter Aufsicht und Anleitung des Fachpersonals. Freiwillige dürfen keine alleinige Verantwortung über ein Aufgabengebiet übertragen bekommen. Es gilt die Arbeitsmarktneutralität. Als Freiwilige*er darfst du keine freie Stelle im Stellenplan der Einsatzstelle ausfüllen und Fachpersonal ersetzen.  

Arbeitszeit
Wie viele Stunden muss ich arbeiten? 

Ein Freiwilligendienst ist in der Regel eine Vollzeitbeschäftigung und richtet sich nach der Wochenarbeitszeit (38-40 h) deiner Einsatzstelle. Im Sonderfall kann man Teilzeit bei der Einsatzstelle beantragen. Freiwillige ab 27 Jahren können immer eine Teilzeitbeschäftigung im BFD vereinbaren. Wenn du jünger als 18 Jahre alt bist, gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz.  

Welche Ruhepausen muss ich einhalten? 

Die Dauer der Pausen richtet sich nach der täglichen Arbeitszeit. Bei einem Achtstundentag muss nach spätestens sechs Arbeitsstunden eine Pause von mindestens 30 Minuten zur Erholung eingelegt werden. Wenn du unter 18 Jahren alt bist, gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Es müssen mind. 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden und mind. 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden eingehalten werden. 

Was bedeutet Schichtarbeit?

Schichtarbeitet bedeutet, dass du deine regelmäßige Arbeit nach einem bestimmten Dienstplan zu unterschiedlichen Zeiten (z.B. Früh- und Spätdienst) verrichtest. 

Wann darf ich nicht arbeiten? 

Nachtdienste sind gesetzlich nicht erlaubt. Dienste an Wochenenden und Feiertagen dürfen geleistet werden, wenn sie zeitnah durch Freistunden ausgeglichen werden. Sie dürfen nicht mit Geld abgegolten werden.  

Warum bekomme ich einen BFD Vertrag, obwohl ich mich auf ein FSJ beworben habe?  

Das FSJ gibt es bereits seit den 1960er Jahren und ist deshalb bekannter. Der BFD wurde 2011 als Ersatz für den ausgesetzten Zivildienst eingeführt. Als Junge Caritas haben wir seit dem mehr Einsatzmöglichkeiten und bieten beide Dienstformate an. Es gibt keine Unterschiede bei Verdienst und Arbeitszeit der Freiwilligen.  

Fehlzeiten
Was muss ich tun, wenn ich krank bin? 

Wenn du krank bist, immer zum Arzt gehen und dich abmelden. Wenn du in deiner Einsatzstelle fehlst, musst du dort Bescheid geben, bei Seminarzeit musst du deine Seminar-Teamer und deine Reisegruppe informieren (siehe Einladung). Wenn Seminare von Krankheit betroffen sind, benötigen wir als Junge Caritas deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Original bis spätestens am 3. Tag deiner Krankschreibung. 

Bekomme ich weiterhin Geld wenn ich krank bin? 

Bei Krankheit laufen alle Bezüge weiter. Nach 6 Wochen beginnt allerdings eine Langzeiterkrankung, bei der man Krankengeld von der eigenen Krankenkasse bezieht. Bitte informiere uns, wenn du länger krank sein solltest.  

Was passiert wenn ich unentschuldigt fehle? 

Bei unentschuldigtem Fehlen kann sowohl deine Einsatzstelle als auch die Junge Caritas (bei Seminarwochen) eine Abmahnung aussprechen. Fehlst du zum wiederholten Male unentschuldigt, kann dies letztendlich auch deine Kündigung zur Folge haben. 

Urlaub
Wie viel Urlaub habe ich? 

Dein Urlaubsanspruch errechnet sich aus den Monaten deines Freiwilligendienstes. Beispiel: Wenn du volljährig bist und einen 12-monatigen Freiwilligendienst absolvierst, hast du Anspruch auf 26 Urlaubstage. Wenn du noch nicht volljährig bist, hast du sogar etwas mehr Urlaubsanspruch. 

Während der Seminarwochen kannst du keinen Urlaub nehmen. 

Kann ich vom Dienst freigestellt werden? 

Ja, du kannst im Einvernehmen mit deiner Einsatzstelle vom Dienst freigestellt werden. Das heißt dir kann sogenannter „Sonderurlaub“ gewährt werden, dieser kann bezahlt oder unbezahlt sein. 

Versicherung
Wer zahlt die Sozialversicherungsbeiträge? 

Die Sozialversicherungsbeiträge für deine gesetzliche Kranken-, Renten-, Unfall-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung übernimmt deine Einsatzstelle als dein Arbeitgeber.  

Wer haftet bei einem Schaden in der Einrichtung? 

Freiwillige sind über die Haftpflichtversicherung der Einsatzstelle versichert. Wenn Sachschaden bei der Ausübung einer Tätigkeit entsteht, haften Freiwillige ebenso wie Arbeitnehmer*innen. Ein Schaden ist der Einsatzstelle sofort mitzuteilen.  

Wer haftet bei einem Arbeitsunfall? 

Bei einem Arbeitsunfall ist die Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung des Arbeitgebers) deiner Einsatzstelle zu informieren. Nach Prüfung des Sachverhaltes (Unfallbericht) übernimmt sie Arztkosten, evtl. Krankengeld etc. Deine private Krankenkasse ist nicht zuständig. Auch Unfälle auf dem Arbeitsweg und während der Seminarzeit gelten als Arbeitsunfall und müssen der Berufsgenossenschaft gemeldet werden, da du über deine Einsatzstelle unfallversichert bist. 

Anleitung in der EST 
Wer ist mein Anleiter/ meine Anleiterin? 

Deine Anleitung wird von einer fachlich qualifizierten Person aus deiner Einsatzstelle übernommen. Diese ist auch zuständig für deine Einarbeitung sowie für regelmäßig stattfindende Anleitungsgespräche mit dir. Wenn du dir nicht sicher bist, wer genau dein*e Anleiter*in ist, frag in deiner Einsatzstelle nach. 

Was sind Einsatzstellenbesuche? 

Ein*e Referent*in der Jungen Caritas kommt dich in deiner Einsatzstelle besuchen. Wir nehmen uns Zeit, dass du uns deine Einsatzstelle zeigen und von deinen Aufgaben berichten kannst. Ebenso findet bei einem Einsatzstellenbesuch immer ein gemeinsames Gespräch zwischen dir, deiner Anleitung und uns statt, in dem wir uns über deine Erfahrungen, Lernfortschritte und die Anleitung austauschen.